Alles dreht sich um die Schwangerschaft!

Ich bin schwanger und jetzt Anfang der 15. Woche. Mehr und mehr Freunde und Bekannte erfahren jetzt von meiner Schwangerschaft. Sie drücken ihr Erstaunen, ihre Erfahrung oder Freude aus. Ich lächle ihnen mit gemischten Gefühlen ins Gesicht.

Doch wie geht es mir damit? 

Die anfängliche Begeisterung der Anderen habe ich für einen Moment richtig genießen können und fühlte mich in einem wirklich besonderen Zustand. Doch schnell war die anfängliche Euphorie verflogen. Danach war ich mit all meinen Beschwerden, Ängsten und Sorgen wieder allein. Besonders wenn es darum geht Problemthemen zu besprechen, schauten mich verständnislose Augen an. Viele meiner Freundinnen haben selbst noch keine Kinder oder sie sind schon Mutter und natürlich glücklich.

Es scheint mir verlorene Zeit, sich mit Menschen auszutauschen, die selbst noch keine Schwangerschaft durchgemacht haben. Gleichermaßen ist es schwierig mit Müttern darüber zu reden. Diese beschwören ihre Schwangerschaft als die wundervollste Zeit ihres Lebens. Selten wird über unangenehme Gefühle gesprochen.

Und das möchte ich jetzt ändern. Ich möchte mich nicht verstecken, nur weil ich nicht vor Glück übersprudele und meine Schwangerschaft in vollen Zügen genießen kann. Natürlich wünsche ich mir mehr Leichtigkeit. Solange meine Umwelt ein Strahlen in meinem Gesicht erwartet und mir das Gefühl gibt alles im Griff haben zu müssen was es für eine werdende Mutter zu tun gibt, wird mir das nicht gelingen.

Damit werden To Do´s wie Hebamme besorgen, Termin im Kreissaal vereinbaren, die Einrichtung fürs Kind kaufen, Geburtsvorbereitungskurs anmelden oder Name fürs Kind finden zur Belastung und überfordern mich gänzlich. Ich brauche meine Zeit, um zu realisieren, das ein kleines Wesen in mir heranwächst. Bis jetzt war ich nur geplagt von Übelkeit, Müdigkeit, Stimmungstiefs und Gewichtszunahme. Nicht nur mein Körper und meine Psyche, sondern auch meine Gewohnheiten, Leidenschaften und Interessen werden von der Veränderung beeinflusst. Das zu akzeptieren fällt mir noch schwer und ist eine ungewohnte Herausforderung.

Ein Beispiel: Ich habe mich immer sehr gesund ernährt. Überwiegend vegetarisch und im letzten Jahr auch vegan. Das hat mein Leben bereichert und zu meinem kleinen Glück beigetragen. Mit der Schwangerschaft habe ich jedes Interesse an Gemüse verloren und mein Körper schrie die ganze Zeit nach fettigem und fleischhaltigem Essen. Da ich kein dogmatischer Mensch bin, bin ich natürlich meinen Gelüsten nachgegangen. Ich wollte es mir auch nicht unnötig schwer machen. Schließlich war die Umstellung im Allgemeinen schon gewöhnungsbedürftig genug. Anfänglich brachte mich dieses Phänomen zum Schmunzeln. Ich konnte es nicht fassen wie stark die Schwangerschaft Einfluss auf mein Empfinden,  meine Gewohnheiten oder Überzeugungen nimmt.

Im Vertrauen habe ich einer Freundin davon erzählt. Ihre Reaktion: „Mir könnte das nicht passieren. Ich bin soo von der veganen Ernährung überzeugt.“ Das hat mich sehr gekränkt.  Es kam mir vor als wäre es eine Schwäche von mir. Doch ist es gerade nicht schwierig genug?

Ich gebe mein Bestes und mir scheint es wichtiger mit meiner neuen Lebenssituation zurecht zukommen als dogmatisch irgendwelche Ernährungspläne einzuhalten. Das was der Körper in dieser Zeit leistet ist für jede Schwangere Anstrengung genug. Außerdem bin ich auf Grund der Übelkeit froh über jeden Appetitsmoment den ich für Essbares aufbringe.

Mittlerweile ist mein Appetit auf Fleisch zurück gegangen und ich genieße mehr Obst und auch Gemüse. Natürlich versuche ich mich gesund zu ernähren. Doch wenn es mal nicht so gut klappt, werde ich mich nicht gleich selbst bestrafen. Wichtig ist, dass ich mich wohl fühle.

Das bedeutet auch, ruhig mal alte Überzeugungen über Bord werden und sich die Zeit nehmen auf das neue Lebensgefühl einzustellen. Es ist wichtig, dass wir uns nicht von Anderen sagen lassen, was gut für uns ist. Sobald wir auf unseren Körper hören und ein Gespür für ihn entwickelt haben, werden wir intuitiv das Richtige tun. Davon bin ich überzeugt!


Solltest Du einen spannenden Beitrag zu einem bestimmten Thema haben, freue ich mich über Deinen Kommentar an mich. Ich bitte Dich in Deinen Äußerungen stets wertschätzend und achtsam mit meinem Gedankengut und dem der Anderen umzugehen.

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