Unbeweglich durch den Urlaub

10 Tage Road Trip an der Ostseeküste

Wir haben es geschafft. Endlich sitzen wir in unserem gepackten VW Camper und steuern unser erstes Ziel an. Geplant ist eine Tour entlang der Ostseeküste über Boltenhagen zum Darß, nach Stralsund, auf Rügen zum Kap Arkona, nach Hiddensee und zurück. Wir sind gespannt was das Abenteuer Road Trip mit sich bringt.Über die Autobahn steuern wir Lübeck an und haben uns gleich erstmal verfahren. Eine falsche Abfahrt bringt uns auf die Bundesstraße. Macht nichts! So kommen wir auch ans Ziel. Der Bulli ist unser ENTSCHLEUNIGUNGSMOBIL und eine Bundesstraße passt viel besser zum Fahrstil des alten Kastens als eine Autobahn.

Eine Reise mit dem Bulli zwingt seine Mitreisenden immer wieder das Leben etwas langsamer anzugehen. Von der Fahrweise, über die Zubereitung von Nahrung in der kleinen Campingküche bis hin zu Aufräumaktionen oder den Bus Abfahrbereit machen, dauert alles etwas länger als gewohnt.

Solange keine Routine in den Abläufen eingekehrt ist, wirken manche Handgriffe erstmal anstrengend. Sobald wir uns daran gewöhnt haben und uns auf die Zeit die es braucht eingelassen haben, wird es entspannt. Auch regelmäßig Öl- und Wasserkontrollen, das Befüllen des Wasser- und Gastanks oder einen geeigneten Abwasserplatz finden, gehören  zum gewöhnlichen Versorgungschek. Schließlich haben wir es mit einem alten Fahrzeug zu tun, das auch gut gepflegt werden möchte.

Es dauert einige Tage bis wir uns auf dieses Tempo einlassen können. Schließlich waren die letzten Wochen mehr als turbulent. Durch meine Schwangerschaft und einen Umzug in eine größere Wohnung erleben wir einige Veränderungen.

Jetzt heißt es reisen.

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Noch kann ich unseren Reisestart nicht richtig genießen. Ich denke an die Nacht im Auto auf den einfachen und harten Matratzen und den Stellplatz, den wir meistens irgendwo im Wald oder einen Wegrand suchen, um möglichst naturverbunden zu stehen. Die Schwangerschaft nimmt mir meine Leichtigkeit. Ich muss ständig aufs Klo und ich fürchte mich vor der Vorstellung, Nachts mehrmals aufstehen zu müssen, um draußen im Dunkeln unter einen Busch zu pinkeln.

Plötzlich wird mir deutlich, welche Freiheit ich nach der Schwangerschaft zurück gewinnen werden. Es muss wunderbar sein, wieder richtig atmen oder sich bücken zu können. Was für mich vorher selbstverständlich war, bekommt eine ganz neue Gewichtung. Ich weiß jetzt zu schätzen, was eine uneingeschränkte Beweglichkeit für einen Menschen bedeutet und wie wichtig es ist, dafür zu Sorgen gesund zu leben. Obwohl mir eine gesunde Lebensweise immer wichtig war und ich auch während der Schwangerschaft mein Bestes gebe, wird es gerade noch mal deutlich, welchen hohen Stellenwert ein beweglicher Körper für die Lebensqualität hat.

Noch habe ich einige Monate vor mir. Die werden nicht leichter. Angepasst werde ich durchs Leben laufen. Angepasst an meine körperliche Befindlichkeit. In extrem bequemer Kleidung werde ich mich langsam durch den Tag bewegen.

Ha ha – ich bin aktuell scheinbar selbst ein ENTSCHLEUNIGUNGSMOBIL.

Also achte ich neben einer ausgewogenen Ernährung weiterhin auf nicht zu lange Wege, Toiletten in Reichweite und genug Wasser, um den Kreislauf stabil zu halten. Ich versuche mich durch leichte sportliche Betätigung fit zu halten und den Schwangerschaftsbeschwerden entgegenzuwirken. Nicht ganz leicht, wenn es immer zwickt und zwackt. Doch sich verkriechen und nichts tun, ist noch kontraproduktiver. Mit Aussicht auf die Geburt weiß ich auch, das ich definitiv körperlich einiges zu leisten habe und deshalb fit sein möchte. Also heißt es, etwas Geduld mit sich haben und tapfer bleiben. Ein Ende ist definitiv in Aussicht.

FAZIT

Nach dem wir uns darauf einigen konnten in diesem Jahr einige naturbelassene Campingplätze, für bessere hygienische Bedingungen, anzusteuern und ich mit jedem Spaziergang am Meer und jeder Wanderung an der Steilküste beweglicher wurde, setzte auch bei mir Entspannung ein. Ich fing an, die Sonne, das Meer und die Ausflüge zu genießen.

Ich nehme diese Zeit in meinem Herzen mit und ende heute meinen Blogeintrag mit einer Liebeserklärung an die See, die ich im letzten Jahr verfasst habe. Diese finde ich nach wie vor sehr passend und möchte diesen Augenblick mit euch teilen. Diese Gedanken sind meine Medizin gegen beschwerliche Schwangerschaftstage.


Liebeserklärung an die See

_MG_6155Der Wind – in meinem Gesicht. Schließe die Augen, das Gefühl vergesse ich nicht. Gedankenlos, atme ich dich tief ein. Diese Nähe zu dir, will an keinem anderen Ort mehr sein.

Werde getragen, getragen von dir – fühle mich geborgen – komme immer wieder her.Eine Liebe, die niemals vergeht. Werde mich erinnern, damit auch hier die Zeit still steht.

Ich stürze mich in deine Wogen. Messe meineKräfte mir dir.An deinen Ufern fühle ich mich aufgehoben. Du bist so anders – das gönne ich mir.

Ohhh, du weite Ferne. Ich liebe diese Nähe zu dir.

In meinen Tagträumen besuche ich dich. Erinnerungen schmücken Gedanken, spiegeln sich, in meinem Herzen und lachen mich an. Suche mich selbst, weiß das ich mich bei dir finden kann.

Zauberhafte Momente, umgeben von Glück. Nehme es mit nach Hause, zumindest ein kleines Stück. Werde mich davon nähren, es verzehren und dich begehren. Machst mir Mut, gibst mir Hoffnung und Kraft für dieses Leben.

Bis zum nächsten Sommer, ich dann endlich wieder bei dir seien kann. Dann genießen wir die Tage, bis zum Sonnenuntergang.

Ohhh, du weite Ferne. Ich liebe diese Nähe zu dir.

(D.E.verfasst 2014)


Solltest Du einen spannenden Beitrag zu einem bestimmten Thema haben, freue ich mich über Deinen Kommentar an mich. Ich bitte Dich in Deinen Äußerungen stets wertschätzend und achtsam mit meinem Gedankengut und dem der Anderen umzugehen.

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