Glücksgefühle

 Von Tag zu Tag fühle ich mich wohler in meinem Körper!

In den letzten Wochen machen sich Glücksgefühle breit. Die anfänglich ungewöhnlichen Proportionen durch die Gewichtszunahmen und Veränderungen meines Körpers, passen sich dem Gesamtbild an. Es ist ersichtlich, dass ich eine schwangere Frau bin. Mit stolz trage ich diese wunderschöne Kugel zu der sich mein Bauch jetzt formt, vor mir her und genieße dieses Gefühl.

Neu gefundene Rituale und Gewohnheiten machen meinen Alltag leichter. Ich kann meinen Körper annehmen und trotz der Bewegungseinschränkungen meinen Zustand genießen. Die Unannehmlichkeiten der ersten Wochen sind wie verflogen. Ich bin beeindruckt von diesem Phänomen.

Wer hätte nach den ersten Wochen und Monaten voller Unannehmlichkeiten gedacht, dass ich eines Tages dieses wunderbare Gefühl in mir spüren kann. In mir wächst eine neue Kraft, ein Gefühl der Stärke, die ich bisher im Leben nicht kannte. Ich fühle mich ausgeglichen und wünschte mir, auch nach der Geburt einen Teil dieser inneren Ruhe behalten zu können.

Beim letzten Spaziergang ist mir aufgefallen, wie mein Leben durch die Schwangerschaft entschleunigt wurde. Das anfängliche Gefühl, sich in vielen Lebenslagen ausgebremst zu fühlen, hat sich gewandelt. Ich wurde gezwungen ruhiger zu werden, und meine Schritte bedachter zu wählen. Alles geht jetzt etwas langsamer vorwärts und manche Aufgaben muss ich gänzlich abgeben oder zurückstellen. Irgendwie ist das auch eine Luxussituation, an die ich mich gewöhnen könnte. Schließlich habe ich durch die Schwangerschaft einen triftigen Grund meine Einkäufe nicht mehr selbst in den dritten Stock tragen zu müssen. Früher habe ich meine Einkaufstaschen nicht freiwillig an meine Begleitung abgeben. Heute quäle ich mich nicht länger und lasse tragen.

In meinem Alltag benötige ich für gewöhnliche Handlungen länger und muss die Zeit dafür mit einplanen. Hektik und Stress bekommen mir nicht mehr. Sodbrennen, Kopf- oder Rückenschmerzen zeigen mir schnell, wo meine Grenzen liegen. Ich versuche mich also nicht mehr von äußeren Einflüssen antreiben zu lassen, sondern folge meinem natürlichen Rhythmus. Diese Eigenschaft möchte ich gern mehr in mein zukünftiges Leben integrieren. Ich nehme schon jetzt aus der Schwangerschaft mit, dass meine Taten auch mit weniger “Leistung” auskommen.

Ein meiner größten Schwächen war bisher meine fehlende Geduld. Früher konnte es nicht schnell genug gehen. Ich wollte am liebsten alles sofort und gleichzeitig erledigen. Das brachte schnell ein Gefühl der Überforderung mit sich. Natürlich war ich mir dieser Ungeduld bewusst und habe mich immer wieder selbst bremsen müssen. Die Umstellung auf die Geschwindigkeit in der Schwangerschaft war dementsprechend anstrengend. Ich hatte schließlich keine Ausrede mehr und musste auf meinen Körper hören. Schließlich trug ich jetzt die Verantwortung für ein kleines Wesen in mir.

Heute ist das Gefühl wunderbar. Die Annahme des neuen Tempos macht mich sehr zufrieden. Ich bin stolz auf mich. Ein Stück Gelassenheit ist in meinen Alltag eingekehrt. Dies spürt auch mein Umfeld. Gleichzeitig macht sich eine Stärke in mir breit. Anfänglich hatte ich das Gefühl alles zu verlieren, was ich mir erarbeitet habe. Mittlerweile hat sich auch dieses Gefühl gewandelt. Das Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten ist gewachsen. Mit dem Bewusstsein, in meinem Körper etwas unfassbar großartiges heranreifen lassen zu können, was der “Männerwelt” für immer verborgen sein wird, spüre ich erst die “Macht”, die wir Frauen haben. Plötzlich wird mir deutlich, wie ohnmächtig sich Männer gegenüber Frauen fühlen müssen. Schließlich können sie neues Leben gebären.

In Gesprächen mit meinem Partner wird deutlich, wie neidisch er um mein Erleben ist. Mit Freude würde er, die Bewegungen des Kindes in sich spüren wollen und bedauert es manchmal, nur von außen einen Eindruck zu bekommen. Das Geschehen in meinem Bauch fasziniert ihn sehr. Er ist beeindruckt von der Veränderung, die mein Körper und ich jetzt durchleben. Ihm bleibt nur diese Veränderungen zu beobachten und meinen Erzählungen zu lauschen. Dennoch ist und bleibt das Erleben aus beiden Perspektiven spannend und so können wir unsere Erfahrungen einander austauschen, genießen und teilen.


Solltest Du einen spannenden Beitrag zu einem bestimmten Thema haben, freue ich mich über Deinen Kommentar an mich. Ich bitte Dich in Deinen Äußerungen stets wertschätzend und achtsam mit meinem Gedankengut und dem der Anderen umzugehen.

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