Spieluhr & Wackelpudding

Die ersten Bewegungen des Kindes!

Wie ein Grubbeln oder schweres Magengrollen rollt eine Welle der Bewegung durch meinen Bauch. Erst ganz vorsichtig. Ich dachte, es wäre Luft. Meine Hand liegt schützend auf meinem Bauch. Als ich das Grollen als ein poch, poch wahrnehme, wird mir klar, dass es Kindsbewegungen sein könnten. Ich wollte es nicht glauben, doch es wiederholte sich. Poch, poch! Poch, poch, poch!

Ich erschrak, als ich realisierte, was das sein könnte. Zu diesem Zeitpunkt war ich erst in der 18. Schwangerschaftswoche. Sofort nahm ich mein Notebook zu Hand und befragte Google. Und tatsächlich, es konnten Kindsbewegungen sein. Ich weckte meinen Freund und wollte mich vergewissern, ob auch er dieses Klopfen wahrnahm. Das Kleine enttäuschte uns nicht und klopfe weiter munter gegen meine Bauchdecke. Ich war begeistert von diesem Erlebnis.

Von Tag zu Tag wurden die Bewegungen stärker. Es machte mich glücklich zu spüren, das mein Kind lebt. Jetzt konnte ich besser mit meinem Baby im Bauch kommunizieren. Es wurde realer und ich spürte, dass es wirklich da ist.

Seit dem sind einige Wochen vergangen. Das leichte Klopfen wandelte sich zu Stößen gegen die Bauchdecke. Heute spüre ich sogar, wenn es sich in eine andere Richtung dreht. Manchmal ist es quälend, weil es mittlerweile enorm gewachsen ist und knapp 2,5 Monate vor der Geburt immer weniger Platz in mir hat.

Wellenartig bewegt sich dann meine Bauchdecke. Es gibt kräftige Tritte. Wie ein kleiner Wackelpudding zittert mein Bauch. Manchmal beobachten wir das Geschehen zusammen, mein Freund und ich. Es ist nicht leicht, diesen Moment zu erwischen. Häufig wird es ruhig, wenn ich versuche auf meinen Bauch zu schauen. Als würde das kleine Wesen bemerken, wie ich es beobachte. Es ist ein Phänomen. Manchmal fragt mich mein Freund, wie es sich anfühlt und ob es schmerzt. Grundsätzlich tut es mir nicht weh und beschreiben kann ich es nicht wirklich. Es gibt nichts Vergleichbares.

Die heftigsten Bewegungen gibt es am Abend, wenn ich mich ins Bett lege. Als würde es in meinem Bauch eine Party feiern. Auch wenn ich etwas Süßes esse, strampelt es wild in mir herum. Die meiste Zeit macht mich dieses Gefühl überglücklich, denn ich spüre in diesen Momenten unsere Verbindung auch körperlich. Das gibt mir Sicherheit.

Heute habe ich eine Spieluhr für unser Kind gekauft. Ich habe gelesen, dass ich diese auf meinen Bauch legen kann und es beruhigend wirkt. Später, wenn das kleine Wesen auf der Welt ist, erkennt es die Melodie und wird sich möglicherweise an die beruhigende Wirkung erinnern. La Le Lu, tönt es aus einem kleinen bunten Stoffäffchen, der auf meinem Bauch liegt. Ich frage mich, ob diese immer wiederkehrende Melodie nicht eher abschreckend als beruhigend wirkt. Schließlich reagiert das Kind in meinem Bauch auch auf meinen Gemütszustand und der ist wahrhaftig entspannter bei guter Musik.

Letzte Woche waren wir beispielsweise in einem klassischen Konzert. Moderne Stücke eines Jugendorchesters haben mich verzaubert. Ich spürte die Kraft der Melodien, der Instrumente und des Gesamtwerkes in meinem ganzen Körper. Ähnlich empfand ich es bei einem Jazzchorabend. Der Gesang ging unter die Haut. Aber auch, wenn ich Musik höre, die aus dem CD Player schallt, empfinde ich mehr als bei diesem immer gleich bleibendem La Le Lu.

Gestern hat mein Freund meinen Bauch mit einem Schlaflied besungen. Er summte eine Melodie ganz sanft und mit ruhiger Stimmung in Richtung Bauch. Selbst diese Musik schien mir wirkungsvoller und entspannter als die Spieluhr. Ich denke, wir sollten uns auf unser Gefühl verlassen und die Musik hören, die uns selbst wohl tut.

Mittlerweile sind einige Wochen vergangen und die Spieluhr wurde zu einem Ritual. Jeden Abend vor dem Schlafen gehen streiche ich oder mein Freund meinen Bauch mit Öl ein. Einerseits als beruhigende Maßnahme und als Möglichkeit eine Beziehung zwischen Vater und Kind entwickeln zu lassen und anderseits, um meinen Bauch bestmöglich zu pflegen. Ich weiß, dass es umstritten ist, auf diese Weise unangenehmen Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen. Doch ich fühle mich wohl dabei. Das ist es letztendlich, was zählt.

Noch mal zurück zur Spieluhr. Mittlerweile habe ich mich an unser Abendritual gewöhnt und ich glaube, es ist keine so schlechte Idee gewesen, die Äffchenspieluhr zu kaufen. Die Melodie wirkt jetzt beruhigender als zu Beginn. Ich bin gespannt, wie sich die Spieluhr im realen Leben auf unser Kind auswirkt.


Solltest Du einen spannenden Beitrag zu einem bestimmten Thema haben, freue ich mich über Deinen Kommentar an mich. Ich bitte Dich in Deinen Äußerungen stets wertschätzend und achtsam mit meinem Gedankengut und dem der Anderen umzugehen.

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